Cleveres Angebot

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Auf der internorga hatte ich ja - wie berichtet - mit verschiedenen Kassensystemanbietern gesprochen. Nun trudeln so nach und nach die konkreten Angebote dieser Unternehmen ein. Was sich schon auf der Messe abzeichnete: Die Unterschiede zwischen den Systemen halten sich arg in Grenzen. Auch preislich nehmen sich die Anbieter nicht so wahnsinnig viel.

Wie kann man sich als Kassensystemanbieter also von den anderen abgrenzen? …dachte wohl die Firma BACOM Consulting (mit der Marke Delicassa) und schickte als einzige ein Angebot mit der Möglichkeit, die Geräte und Software zu leasen. Das ist budgetfreundlich (für mich) und clever (für die), weil man sich ja langfristig bindet. Ich finde das Angebot sehr gut und bin mal gespannt, ob die anderen Unternehmen auf aktive Nachfrage hin ähnliches anbieten können.

Internorga

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Heute war ich den ganzen Tag über auf der Internorga, der „Leitmesse für den modernen Außer-Haus-Markt“. Dort stellen Gastronomiezulieferer wie Getränkehersteller, Einrichtungsspezialisten, etc aus. Praktischerweise in Hamburg und für einen Neuling im Gastrobereich wie mich wirklich sehr aufschlussreich.

Habe mich ausführlich über Kassensysteme beraten lassen und mir einige Stuhl- und Tischhersteller angeschaut. Man sollte die Stühle, die man bestellt, ja auf jeden Fall mal probegesessen haben, denke ich. So war z.B. ein Hocker, den ich im Internet sehr gut aussehend fand, mit einer viel zu kleinen Sitzfläche ausgestattet. Wäre ja ärgerlich, wenn man dies erst nach getätigter Bestellung gemerkt hätte.

Bei den Kassensystemen gibt es eine erstaunlich große Auswahl. Die meisten arbeiten mit Touchscreens und haben alle möglichen Features wie z.B. verschiedene Preisebenen mit selbst zu definierenden günstigen Zeiten („dann weiß die Kasse selbst, wann Happy-Hour ist und die Bedienung kann keine Abrechnungsfehler machen“).

Mein absolutes Highlight aber war eine vollautomatische Cocktailmixmaschine, welche die leckersten Drinks in Sekunden mixt. Nur schütteln muss man noch selber. Bis zu 28 verschiedene Rohstoffe werden über ein Schlausystem mit dem Schankkopf verbunden. Grandios!

Cocktailmixmaschine

Alles in allem ein sehr informativer Tag, der an einigen Stellen mehr Fragen als Antworten aufgeworfen hat. Aber dadurch auch einige sehr wertvollen Denkanstöße produzierte.

Lehrgeld

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Das fängt ja gut an: Im Rahmen der Entwicklung meines Businessplans (dazu später mehr Details) recherchierte ich im Internet nach Marktdaten und stieß auf eine vielversprechende „Marktstudie Bar“.

So wurde diese angepriesen: „Sie erhalten die wichtigsten Informationen zu einer Branche, aktuell und sorgfältig recherchiert, sofort auf einen Blick. Sparen Sie sich die Zeit für aufwändiges Recherchieren und damit Geld. Die Studie umfasst. - eine Branchenübersicht - die wichtigsten Marktkennzahlen wie Wachstumsraten und Zukunftsaussichten - alle relevanten Wettbewerbsdaten - die zentralen Finanzkennzahlen der Unternehmen der Branche - Chancen und Risiken.“

Das ganze für 34,90 EUR. Na ja, wenn ich hier alle wichtigen Daten zusammen habe, so soll mir´s das Geld wert sein, dachte ich und in meinem jugendlichen Leichtsinn bestellte ich sogleich per Kreditkarte (ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch und so wollte ich die Studie sofort herunterladen…)

Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße: Die „Studie“ umfasst ganze vier Seiten! Das wäre vielleicht noch nicht so schlimm, wenn diese tatsächlich vollgepackt wären mit aktuellen und informativen Marktkennzahlen. Aber Pustekuchen: Nicht nur der Umfang, sondern auch (bzw. erst recht) der Inhalt enttäuschte sehr.

Hier ein paar Beispiele:

Angeblich werden in Deutschland pro Jahr 5 Bars eröffnet. Sorry, aber so viele machen allein bei mir im Stadtteil pro Monat auf…

Die durchschnittliche Personalstärke einer Bar beträgt laut Studie 53 (!) Mitarbeiter. Ich würde sagen, viele Bars wären über diese Anzahl allein an Gästen hocherfreut…

Jede Bar hat durchschnittlich angeblich 9 (!) Standorte in Deutschland. Das finde ich sportlich ;-)

Die angepriesene Chanchen – Risiken - Übersicht sieht wie folgt aus:

Chancen

Wachstum: 90
Gewinn: 56
Profitabilität: 47
Dynamik: 18

Risiken

Verlust: 85
Verlust: 52 (kein Schreibfehler meinerseits!)
Liquidität: 31
Wettbewerb: 7

Legende

“Die Chancen und Risiken werden separat nach ihrer Auftrittswahrscheinlichkeit in der jeweiligen Branche angeordnet. Zur besseren Vergleichbarkeit sind die Chancen und Risiken zwischen 0 und 100 skaliert. 0 stellt hierbei eine geringe Eintrittswahrscheinlichkeit dar, während 100 eine sehr hohe Eintrittswahrscheinlichkeit bedeutet.”

Was wollen uns diese Zahlen sagen? Was ist in diesem Fall „Dynamik“? Was der Unterschied zwischen „Gewinn“ und „Profitabilität“? Und warum gibt es gleich zweimal „Verlust“, noch dazu mit unterschiedlichen Werten?

Mehr muss ich dazu nicht sagen. Ab in die Mülltonne damit. Ich werde in den nächsten Tagen versuchen, mein Geld wiederzubekommen, oder zumindest vernünftige Zahlen. Falls jemand andere (seriösere) Infoquellen für Gastronomie-Marktdaten kennt: Immer her damit :-)